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Freiburg: 4.000 SchülerInnen, Azubis und Studierende nehmen an Klimastreik ’Fridays for Future’ teil

Am Freitag, den 18. Januar ab 9 Uhr haben in Freiburg Tausende SchülerInnen, Studierende und Azubis gestreikt. Sie versammelten sich auf dem Platz der Alten Synagoge, um die Politik zum Handeln gegen den Klimawandel aufzufordern. Mit ihrem Protest „Fridays for Future“ forderten sie insbesondere einen schnellen Kohleausstieg. Der halbe Platz der Alten Synagoge und die Treppen zum Stadttheater waren schwarz vor lauter Jugendlichen. Nach Radio Dreyeckland-Zählung demonstrierten anschliessend an die 4.000 Kinder und Jugendlichen durch die Innenstadt. Die Polizei sprach von 3.500 Demonstrierenden, die OrganisatorInnen bauschten die Zahlen auf 5.000 bis 8.000 auf. Es war für Freiburger Verhältnisse eine grosse Demonstration. Und das trotz der Tatsache, dass viele SchülerInnen, Azubis und Studierenden durch unentschuldigtes Fehlen negative Folgen an ihren Schulen zu befürchten hatten. Die Redebeiträge waren leider von den meisten Demonstrierenden kaum zu verstehen und überhaupt kaum zu hören. Die Lautsprecheranlage war hoffnungslos unterdimensioniert für die zahlreichen Demonstrierenden, die dicht an dicht standen. Zwei Gründe motivierten die SchülerInnen dazu, den Bildungsstreik als Aktionsform zu wählen, und nicht etwa eine Demonstration ausserhalb der Schulzeiten. Zum einen hofften sie, durch diese radikalere Protestform mehr Aufmerksamkeit auf ihr Anliegen zu ziehen. Zum anderen wollten sie damit ausdrücken, dass es sinnlos ist, etwas für die Zukunft zu lernen, wenn ihnen diese Zukunft eh durch eine klimaschädliche Politik „geklaut“ wird. Die Mobilisierung erfolgte sehr viel über die üblichen „Social Media“-Apps und auf Schulhöfe. Es wurde kaum mit traditionellen Mitteln wie Plakaten geworben. Es war aber offensichtlich die richtige Strategie für Jugendliche, davon zeugt die beachtliche Mobilisierung. Im Vorfeld war es an Schulen Gesprächsthema, inwiefern man für diese Aktion den Unterricht bestreiken dürfe und welche Folgen es nach sich ziehen würde. Das wurde von den verschiedenen Schulleitungen und Lehrkräften unterschiedlich gehandhabt, wie es verschiedene Demonstrierenden schilderten. Aber auch die Jugendlichen auf dem Protest waren zum Thema der eingetragenen Fehlstunden unterschiedlich eingestellt. Am Ende der Demonstration fasste ein Organisator der Demonstration die Haltung vieler Jugendlichen sinngemäss so zusammen: „Streikrecht bekommt man nicht, Streikrecht nimmt man sich!“ Die Aktion namens ’Fridays for Future’ nahm sich ein Beispiel am Streik fürs Klima, den die schwedische Schülerin Greta Thunberg im Sommer initiierte. Ähnliche Aktionen hatte es bereits Ende November in Berlin gegeben. Es war aber die erste solche Aktion in Freiburg. Laut dem Klimaschutzverband 350.org demonstrierten am Freitag bundesweit mehr als 20.000 Menschen in mehr als 50 Städten unter dem Motto „Fridays for Future“. Die Freiburger Demonstration war wohl bundesweit die Grösste. Ein zentrales Motto der Bewegung lautet „Wir streiken, bis ihr handelt“. Ob es jedoch von nun an jeden Freitag in Freiburg einen Streik geben wird, da wollten sich die OrganisatorInnen nicht festlegen. Fest steht, dass es nächsten Freitag, den 25. Januar eine bundesweite zentrale Kundgebung der SchülerInnen in Berlin geben soll. Am selben Tag soll dort die Kohle-Kommission ihre Ergebnisse über den Kohle-Ausstieg vorstellen. Eine Reportage über den Schulstreik.

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Autor: Matthieu

Radio: RDL Datum: 21.01.2019

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