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Der Genozid an den Armeniern - und die deutsche Beihilfe | Untergrund-Blättle

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Der Genozid an den Armeniern - und die deutsche Beihilfe

Vor hundert Jahren wurde während des Ersten Weltkrieges ein systematischer Genozid an ArmenierInnen verübt. In den Jahren 1915 und 1916 fielen ihm durch Massaker und so genannte „Todesmärsche“ mindestens 300.000 Menschen zum Opfer, nach manchen Schätzungen sogar bis zu 1,5 Millionen. Verantwortlich für den Völkermord war die Regierung des Osmanischen Reiches. Gebildet wurde sie zu jener Zeit von der nationalistischen Bewegung der Jungtürken. Ihnen galten die christlichen ArmenierInnen als „Verräter“, die mit dem russischen Feind kollaborierten. Der Journalist Jürgen Gottschlich greift in seinem neuen Buch einen bislang wenig bekannten Aspekt des Armeniengenozids auf: Die deutsche „Beihilfe zum Völkermord“. Darin geht es um „Deutschlands Rolle bei der Vernichtung der Armenier“ – so der Untertitel seines im Februar erschienenen Buches. Zum Zeitpunkt des Genozid war das Osmanische Reich ein enger Verbündeter des Deutschen Reiches. Gottschlich hat nicht nur Archive in der Türkei und in Deutschland ausgewertet, sondern ist selbst an Schauplätze des Genozids gereist. Auch hat er Nachkommen der Opfer befragt. Christian Stock sprach mit dem Autor… Im Vorwort seines Buches schreibt Jürgen Gottschlich: „Nicht nur die Türkei, sondern auch Deutschland hat noch Nachholbedarf bei der Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der Geschichte“. Beihilfe zum Völkermord. Deutschlands Rolle bei der Vernichtung der Armenier. Christoph Links Verlag, Berlin 2015. 344 Seiten, 19,90 Euro. Eine ausführliche Langfassung des Interviews erscheint gedruckt in der kommenden Ausgabe der iz3w Ende April. www.iz3w.org

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Autor: südnordfunk

Radio: RDL Datum: 07.04.2015

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