an Frauen auf internationaler Ebene organisiert. Gemäss einer Einschätzung
der UNO ist der Frauenhandel das grössere Geschäft als der Drogen-
und
Waffenhandel und in den meisten Fällen damit verstrickt.
Sowohl im
Herkunftsland, als auch im Migrationsland werden dadurch riesige
finanzielle Profite geschlagen. Der moderne Sklavenhandel mit Frauen aus
unterdrückten Ländern läuft ganz nach den kapitalistischen
Gesetzmässigkeiten von Angebot und Nachfrage.
Die Nachfrage entsteht hier, in den sogenannt kapitalistischen Ländern,
wo aufgrund der jahrzentelangen Frauenkämpfe die Mehrheit der Frauen nicht
mehr bereit ist, die traditionell als weiblich definierten Arbeiten und
Funktionen fügsam, abhängig und allzeit bereit zu verrichten. Diese
gesellschaftlich notwendigen Arbeiten werden jedoch nicht etwa
gesamtgesellschaftlich anders organisiert, denn das käme den Kapitalisten
zu teuer, sondern den Frauen aus den unterdrückten Ländern zugewiesen.
Dies gilt für Fliessarbeit und Putzarbeit, genauso wie für Haus- und
Erziehungsarbeit in total abhängigem Verhältnis von Ehemann und
auch für
die Prostitution. Das Angebot an Frauen, die solche Attribute noch erfüllen, entsteht überall
dort, wo aufgrund der ausbeuterischen und profitorientierten
imperialistischen Weltwirtschaft Armut und Elend voranschreitet; d.h. also
in Trikontländern und zunehmend auch in den ehemaligen Ostblockstaaten.
Menschen aus diesen Ländern haben auf dem hiesigen Arbeitsmarkt keine
Chance, weil sie infolge der diskriminierenden Ausländerpolitik zum
unerwünschten Kreis gehören.
Frauen schon gar nicht; ausser sie
lassen sich
aufgrund ihrer auswegslosen Situation als Stripteasetänzerinnen, auf
dem
Heiratsmarkt oder in der Prostitution ausbeuten.
Diese Frauen kommen aus
politischer und ökonomischer Notwendigkeit, im Reisegepäck den Druck
und
die Verantwortung ihre Familien finanziell über Wasser zu halten. Von
falschen Versprechungen gelockt, oft von Reise- und Vermittlungskosten hoch
verschuldet, finden sie den Weg ins "kapitalistische Paradies",
ohne zu
wissen, welche Hölle sie hier wirklich erwartet.
Je nach Klassenlage
läuft
das unterschiedlich ab: Frauen, die schon in ihrem Herkunftsland zur
untersten Klasse gehörten, geraten auch hier in die übelsten Situationen
und Abhängigkeitsverhältnisse; in einer Art feudaler Leibeigenschaft
müssen
sie ihre Schulden abzahlen.
Geschäfte wie die Play Agency und die Behrends benutzen
das und schlagen daraus Milliarden-Profite.
Sie ermöglichen, dass
europäische Männer, trotz der vielen Frauenkämpfe, die wir
geführt haben
und führen, immer noch in der Lage sind, Frauen zu besitzen, zu beherrschen
und ihre Würde mit Füssen zu treten.
Der herrschenden Klasse liegt
viel
daran, ihre Arbeitskräfte für einen reibungslosen Ablauf des
kapitalistischen Verwertungsprozesses ruhig und vermeintlich zufrieden zu
stellen.
Mit seiner diskriminierenden AusländerInnenpolitik schafft der Staat
für
diesen Menschenhandel einen fruchtbaren Boden. Über die Unmenschlichkeit
dieser Geschäfte helfen auch keine parlamentarischen Vorstösse der
verschiedensten Parteien hinweg.
Ihre Exponenten versuchen damit, ihr
schlechtes Gewissen zu beruhigen. Doch hauptsächlich geht es ihnen darum,
dieses Drecksgeschäft in gewisse kontrollierbare Rahmen zu stellen und
ihnen zu einem sauberen Deckmäntelchen zu verhelfen. Es soll ja niemand
merken, dass das imperialistische System die höchste Form der Barbarei
ist.
Entlarven wir die Schaltstellen des modernen Sklavenhandels!
Bekämpfen wir die diskriminierenden Ausländer-Innengesetze, die
den Boden dafür schaffen!
Erkennen wir unsere Kraft als Frauen und kämpfen zusammen gegen jede
Form
des imperialistischen Krieges und der Gewalt gegen Frauen!
Für ein solidarisches Leben ohne Ausbeutung und Unterdrückung!



