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Eberstädter Donnerkeil Die Denkmaschine rüstet auf

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Jedes Besitz-Denken beinhaltet einen Konflikt, weil Besitz ein Privileg darstellt, das nicht der Wirklichkeit entspricht, sondern der gesellschaftlichen Übereinkunft, und diese basiert auf Gewalt. Wir leben in einer Konfliktgesellschaft als Teil einer Konfliktzivilisation.

Alain Bachellier
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Bild: Alain Bachellier (CC BY-SA 2.0)

14. Dezember 1999

14. 12. 1999

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Totale Anpassung des Einzelnen hiesse ja zu sagen, zu diesem Netzwerk von Gewaltkonflikten, jeden gegen jeden, im Sinne der egozentrischen Weltideologie.

Dagegen hat Widerstand eine Berechtigung, obwohl dies ebenfalls Gewalt bedeuten kann.

Es geht aber nicht darum, zur Gewalt aufzurufen, sondern um diesen Konflikt zu verstehen, in dem sich die moderne Welt und wir befinden.

Wie kommt der Mensch aus dieser Klemme heraus? Gewiss nicht durch Unterdrückung von Individuen, die sich auf irgendeine Weise um Lösungen bemühen, selbst wenn sie den offiziellen Lösungs-Spezialisten widersprechen sollte Ist es angebracht zu sagen: ich habe eine Idee, eine Theorie, oder eine komplette Ideologie? Nein. All das wäre Gedankenwerk und führt weiter in die Irre.

Wir stecken trotz allem gar nicht so tief in der Klemme, wenn wir so intelligent sind, auf solches Gedankenwerk zu verzichten. Wir stecken aber übel der Klemme, weil die meisten von uns nicht darüber nachdenken können und auch nicht wollen, und ihr unaufhörliches Denken dennoch keine neuen Lösungen bietet.

Es beruht ausschliesslich auf unseren vergangenen Erfahrungen auf nichts anderes kann sich das Denken stützen.  Diese Erfahrungen jedoch sind untauglich, uns Menschen wann auch immer zu friedvollen., konfliktfreie Wesen zu machen. Unser Denken, das auf ihnen beruht, hat uns in diese Krise erst gebracht. Das Denken ist der Konflikt mit dem wir leben! Auch wenn wir ihn meist ausserhalb von uns erst wahrnehmen. Vielleicht haben wir nicht den Mut, unser Denken zu hinterfragen?

Wir denken unsere Gewohnheiten, sind nicht von ihnen getrennt, also leben wir in der Vergangenheit und glauben tatsächlich, dass wir mit diesem Denk die Zukunft sichern!

Wir leben nicht in der Gegenwart, im Hier und Jetzt. Wir können es nicht, weil unser notorisches Denken uns davon abhält,- und das ist der Weltkonflikt in uns. Gewiss ist auch das Erkennen dieser Tatsache nicht neu. Auch meine dürftig Formulierung wird nichts daran ändern, dass sie verdrängt und ignoriert wird. Es ist dramatisch, dass sich die Elite der Zivilisation, die Experten, überhaupt nicht für Konfliktlösungen ausserhalb des mechanischen Denkens interessieren.

Vielmehr bieten uns einige Einflussreiche Gewaltlösungen an, die bereits mit sehr viel Kapital finanziert international erforscht werden.

Experten liegen m.E. vollkommen daneben und sind verantwortlich für die drohenden Katastrophen, die aus der wissenschaftlich-technologischen Erforschung entstehen, hin zu einer geklonten Menschheit.

Sie entwickeln diese Katastrophe, nicht zuletzt, weil im Denken ein Kult der Menschheit entstand,der ihre Probleme nicht zu lösen vermag, sondern Gewalt vervielfältigt. Es ist nicht einfach, als Individuum diesem Kult zu entsagen.  Das Denken überschattet die Menschheit, die allein in den letzten 5.000 Jahren annähernd 15.000 Kriege geführt hat. (Trotzdem fühlen wir uns dem Denken verpflichtet, ergeben!)

Alle diese Kriege wurden innerhalb der Menschheit geführt, hinterliessen Milliarden von Toten, und ein Ozean von Tränen und Lei Nicht ein Krieg fand statt gegen eine Bedrohung von Aussen, weil es keine solche Bedrohung gibt, nie gab,- ein wahres Glück, das die Menschheit aufzuspalten scheint bis in kriegstreiberisches Denken und Handeln.

Daran hat sich bis zum Kosovo-Krieg nichts geändert und es wird so weiter gehen, weil wir auf das Denken als Grundlage des Fortschritts wert legen, statt es zu hinterfragen. Ich tue dies nicht aus einem elitären Raum heraus, oder für eine neue Ideologie oder Partei, sondern durch mein Verständnis, meine Erkenntnisse und der ernsthaften Auseinandersetzung mit unserer problematischen Welt.

Es basiert folglich auf nichts weiter als auf Tatsachen und Verfügbarkeiten, die uns allen zugänglich sind. Darüber hinaus besitze ich als Erwerbsloser und ignorierter Künstler nichts.

Wenn wir das Denken in Frage stellen, nicht jenes, das uns hilft, uns zurecht zu finden, sondern jenes, das uns dogmatisch an die Wand wirft, und zu Konsumenten macht, zu Anpassern, zu Strebern, zu Karrieristen, zu Ehrgeizlingen und Konkurrenten, zu Marionetten von Ideologien,- dann muss es doch etwas anderes geben, das uns hilft, davon Abstand zu bekommen, um wirklich gewaltfrei zu werden, und diesem Glück bewusst zu sein.

So wie wir heute sind, können wir das Dasein nur dualistisch denken und verlangen sofort einen Ersatz.

Wir sind eben ziemlich abgefahren auf unser Gewohnheitsrecht, mit dem mechanischen Denken zu leben und einen gewissen Erfolg damit in unserer Gesellschaft zu haben. Das kann man den Menschen sagen, gern wird es allerdings nicht gehört, die meisten wollen damit nichts zu tun haben, sie haben eben andere Probleme.

Doch all unsere Probleme sind darauf zurückzuführen. Trotzdem ist die offizielle Kultur nicht interessiert, die Ursachen zu beheben.

Wie könnte sie auch, fällt ihr doch ohne Druck von der Gesellschaft Oberhaupt nichts und nie etwas zu einer wirklichen Verbesserung der menschlichen Verhältnissen ein! - Ich sehe auch nicht, dass es notwendig wäre, dem Menschen sein Gehirn zu operieren, mit Gewalt zu manipulieren. Wer dies für notwendig hält, der soll sich auf den OP-Tisch der Hirnforscher legen!

Ich sehe auch nicht, dass das Internet das Denken gewaltfrei machen könnte, sondern mit ihm kommt mehr Gewalt in die Welt. Eine neue Waffe? Das Denken hat diese profitable Sache geschaffen. Ein neues Kultgerät, das ist der Computer. Die Denkmaschine im Menschen rüstet gewaltig auf...

Max H.
Eberstädter Donnerkeil

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