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Niemand spricht von den Verlierern... Alle reden vom wirtschaftlichen Aufschwung in der Schweiz

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auf der einen seite stehen die spekulanten, die sich heute noch verhältnismässig billig grundstückbesitz aneignen können, den sie morgen, wenn es "uns" dank des "Aufschwungs" besser geht, für teures geld wieder abstossen können.

Victoria Hafen in Hong Kong.
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Bild: Victoria Hafen in Hong Kong. / Habact1015 (CC BY-SA 3.0 cropped)

12. März 1999

12. Mär. 1999

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auf der anderen seite stehen die kleinen, die wohnenden, die solchen wirtschaftsstrategien zum opfer fallen, da sie sich den neugeschaffenen, überteuerten wohnraum nicht mehr leisten können. in zureich ist speziell der kreis 5 betroffen von den momentanen "aufwertungsmassnahmen", denn wieder einmal reichen sich wirtschaft und politik die hand:

das wegen drogen- und sexmilieu als wohnraum unattraktivste (und daher billigste) quartier der stadt zureich soll einem radikalen imagewechsel unterzogen werden.

dieser wechsel soll allerdings nicht dadurch erreicht werden, dass dem menschenunwürdigen handel mit der liebe und der damit verbundenen Ausbeutung von (haupt-sächlich ausländischen) frauen endlich ein riegel geschoben würde.

ebensowenig soll dem illegalen drogenhandel durch eine legalisierung, bzw. staatliche abgabe an die süchtigen, die basis entzogen werden. denn die interessen der reichen, die ihre finger in diesen dreckigen'geschäften drin haben, sind hier viel zu entscheidend. nein, man sucht finanzstarke investoren, die den oben genannten teuren wohnraum schaffen sollen, um so ganz still und leise die ansässige bevölkerung durch kaufkräftigere mittelschichts-bürgerinnen zu ersetzen.

diejenigen, die sich nicht einfach so vertreiben lassen wollen, suchen nach anderen möglichkeiten, sich aus ihrer existentiellen not zu befreien. so ist der kreis 5 einer der letzten orte, wo leerstehender wohnraum neu bezogen, bzw. besetzt wird. neben dem reinen wohnbedürfnis besteht jedoch auch der anspruch, nonprofit-orientierte lebensformen aufzuzeigen.

es liegt auf der hand, dass eine solche einstellung den, polit- und wirtschaftsbossen gegen den strich geht, da sie in ihrem profitstreben kein interesse an einer breiten masse haben, die sich von der gängigen konsumgeilheit abwenden würde.

die antwort der regierenden ist die polizeiliche bekämpfung solcher selbstverwalteten nischen. als rechtfertigung für die teilweise brutale vorgehensweise ihrer schergen schieben sie anstehende bauprojekte auf dem jeweiligen grundstück vor.

gerade in der heutigen zeit des "Auf-schwungs" läuft die verknüpfung von wirtschaftlichen und, politischen interessen aufgrund der oben genannten investitionen von spekulanten noch reibungsloser ab: die geschaffenen freiräume schwinden mehr und mehr, während die repression gegenüber den besetzern steigt.

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