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Folgen und Begleiterscheinungen unseres Rohstoffkonsums | Untergrund-Blättle

Datum

5. Oktober 2017, 15:05 Uhr

Wirtschaft

EU verbraucht Ressourcen ausserhalb Europas schonungslos Folgen und Begleiterscheinungen unseres Rohstoffkonsums

Wirtschaft

Wenn es um die eigenen Treibhausgasemissionen oder den Rohstoffabbau geht, hat Europa einiges in Bewegung gesetzt, um die Umwelt zu schonen.

Car2Go Ladestation in Stuttgart mit einem elektroSmart der dritten Generation.
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Bild: Car2Go Ladestation in Stuttgart mit einem elektro-Smart der dritten Generation. / Emesik / (CC BY 4.0 cropped)

5. Oktober 2017

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Doch derartige Ambitionen lassen einen Faktor ausser Acht: den importierten Ressourcenverbrauch. In einer neuen Studie der Wirtschaftsuniversität Wien wurde nun der ökologische Fussabdruck der EU unter Einbeziehung der eingeführten Güter untersucht. Das Ergebnis: Während Europa beim Verbrauch eigener Materialien stark auf die Bremse gestiegen ist, sind die direkt und im Zuge der Verarbeitung indirekt eingeführten Rohstoffe sprunghaft angestiegen. …

EU verbraucht Ressourcen ausserhalb Europas schonungslos

Mit der Forschung will Giljum eine empirische Grundlage für die Politik zur Entwicklung nachhaltiger Lieferketten erarbeiten. Derzeit werden Rohstoffe in armen Ländern ausgebeutet und in reiche Staaten geliefert. Der Handel verstärke somit globale ökologische Ungleichheiten. Wollten unterentwickelte Regionen wie Subsahara oder Südasien aufholen, müsste der Konsum von Ressourcen dort ansteigen. Und, so Giljum weiter: „In einer Welt, die ökologisch bereits an ihre planetaren Grenzen stösst, kann dieses Wachstum nur erreicht werden, wenn gleichzeitig der Rohstoffkonsum in den Hochverbrauchsregionen wie etwa Europa sinkt.“

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Rohstoffe: Kinderarbeit für Elektro-Autos?

Ob E-Autos, Laptops oder Smartphones: Kobalt steckt in fast allen Akkus. Hauptlieferant ist die Demokratische Republik Kongo, in deren Minen Verletzungen der Menschenrechte an der Tagesordnung sind. …

„Weder die Kinder noch die Erwachsenen, die wir dort trafen, hatten irgendeine Form von Schutzausrüstung“, erzählt Lauren Armistead von Amnesty International. Sie hat im Mai 2015 für den Bericht „This is what we die for“ („Dafür sterben wir“) zusammen mit ihrem Kollegen Mark Dummett und einem Mitarbeiter der afrikanischen NGO Afrewatch die Verhältnisse im Kleinbergbau für Kobalt in der DR Kongo recherchiert. Im Januar 2016 wurde der Bericht veröffentlicht und hat seitdem für Aufmerksamkeit gesorgt, nicht zuletzt weil Amnesty im Kleinbergbau, dem sogenannten artisanalen Bergbau, die weit verbreitete Kinderarbeit dokumentiert hat.

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Der Solarenergie-Förderverein antwortet auf solche bzw. ähnliche Berichte wie folgt:

Diese brutale Ausbeutung, diesen Missbrauch menschlicher Arbeitskraft lehnen wir alle ab. Aber diese und ähnliche Missstände kommen nicht nur in der Produktionskette des Elektroautos vor. Die Regierung des Kongo ist generell nicht willens die Kinder ihres Landes zu schützen. So lange Kinderarbeit in Ländern wie dem Kongo nicht verboten ist, so lange werden dort die Kinder armer Menschen in gefährlicher und zermürbender Arbeit ausgenutzt. … Wir fordern vielmehr, dass der Kongo in Befolgung der UN-Kinderrechtskonvention Kinderarbeit verbietet und Arbeitsplatzschutzgesetze erlässt, die den Abbau von Kobalt (und anderen Bodenschätzen) so sicher machen, wie er im deutschen Bergbau wäre.

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Anmerkung: Weniger Verbrauch (Förderung des ÖPNV) und ein stärkerer Nationaler Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte wären weitere Bedingungen, um dem Ziel eines nachhaltigen Bergbaus näher zu kommen.

Zudem noch ein zwar sehr langer, aber auch sehr lesenswerter Artikel über die erschreckenden Folgen des Klimawandels:

Climate change, Migration, Capitalism. Solutions for systemic failure

According to a new study from MIT, climate change in Pakistan, Nepal, India, Bangladesh and Sri Lanka could be so severe that temperatures and humidity may exceed the upper levels of human survivability. We are talking about extreme conditions of a crescent-shaped region where 1.5 billion people live. The researchers used data on climate that identifies variations in terrain and vegetation down to 10 square miles (ca. 25 square km) and fed it into global circulation models to produce detailed computer simulations. The resulting predictions showed extremes in so-called wet-bulb temperatures in South Asia. Wet-bulb temperatures (WTs) hotter than 35 degrees Celsius make it impossible for the body to dissipate heat naturally.

Problems by no means only occur in developing countries. In Europe, desertification is creeping up north year by year. Cities such as Madrid and Barcelona are suffering water shortages during summer. The drought destroys the livelihoods of rural communities, both to the south and to the north of the Pyrenees. Desertification is taking place in the south of Italy, Greece, Bulgaria and Romania. By the end of the century, two out of three people living in Europe will be affected by heat waves, coastal floods and other weather-related disasters, largely due to global warming and climate change, according to a study published in the Lancet Planetary Health.

As we need protein, it makes sense to look at fish. Here too, there is a plethora of problems. To name just one, according to an article in Global Change Biology, warmer waters as a result of climate change could shrink the size of fish by 20 to 30 percent.

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Glencore in Sambia: Die Drohung des Schweizer Multis

Der Schweizer Rohstoffkonzern Glencore widersetzt sich in Sambia einer Strompreiserhöhung. Eine kleine Geschichte über die politische Macht eines transnationalen Unternehmens.

Hier für Abonnenten der WOZ: https://www.woz.ch/-8044

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Nico Beckert
zebralogs.wordpress.com