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Der ausbeuterische Rohstoffhandel | Untergrund-Blättle

Datum

19. Oktober 2012, 09:24 Uhr

Wirtschaft

Das lukrative Rohstoffgeschäft Der ausbeuterische Rohstoffhandel

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Je reicher ein Land an Rohstoffen, desto ärmer die Bevölkerung. Die Schweiz besitzt keine Rohstoffe, gehört aber zu den reichsten Ländern der Welt.

Tagebau von Glencore in Bolivien.
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Bild: Tagebau von Glencore in Bolivien. / Golda Fuentes (CC BY 2.0 cropped)

19. Oktober 2012

19. Okt. 2012

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Das ist kein Zufall: Die weltweit grössten Rohstoffkonzerne haben ihren Sitz in Zug und Genf. 2010 steuerten sie fast die Hälfte des Schweizer Wirtschaftswachstums bei. Hier lauert das nächste Imageproblem für die Schweiz.

Ein Drittel des weltweiten Handels mit Rohöl und Erdölprodukten wird über den Kanton Genf abgewickelt. Genf ist weltweit führend beim Handel mit Getreide, zusammen mit London der wichtigste Handelsplatz für Baumwolle und die Nummer eins in Europa für den Handel mit Zucker. Insgesamt sind in der Genferseeregion rund 400 Firmen ansässig, die direkt oder indirekt am Rohstoffhandel beteiligt sind und zusammen gegen 8.000 Personen beschäftigen.

Verdoppelte Gewinne in den letzten fünf Jahren

Der zweite grosse Rohstoffhandelsplatz ist der Kanton Zug. Hier hat der weltweit grösste Rohstoffhändler Glencore mit einem Jahresumsatz von 165 Milliarden Franken seinen Sitz. Innert der letzten fünf Jahre haben sich die Gewinne dieser Branche auf 21 Milliarden pro Jahr verdoppelt. 2011 überflügelte der Rohstoffhandel damit nicht nur den Tourismus, sondern auch die grenzüberschreitenden Finanzdienste der Banken. Der Rohstoffhandel macht heute vier bis fünf Prozent des Schweizer Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus.

Davon profitiert auch der Staat: Die Zürcher Gemeinde Rüschlikon konnte Ende November 2011 die Steuern um sieben Prozent senken, weil Glencore-Chef Ivan Glasenberg dort seinen Wohnsitz hat und mit dem Börsengang des Konzerns gegen sechs Milliarden Franken verdient hat. «Rohstoffhändler macht Rüschlikon zum Steuerparadies», titelte der «Tages-Anzeiger». Der Kanton Zürich profitierte vom Börsengang mit 240 Millionen.

«Eine politische Zeitbombe»

Doch der Geldsegen für die Schweiz kennt auch Verlierer. Entwicklungsorganisationen werfen den Rohstoffhändlern vor, durch tiefe konzerninterne Verrechnungspreise die Ursprungsländer der Rohstoffe um Steuereinnahmen zu prellen. Da im Rohstoffhandel das Geldwäschereigesetz nur milde angewendet wird, müsse sich die Schweiz zudem den Vorwurf gefallen lassen, sie schaue bewusst weg, wenn mit diesen Geschäften schmutziges Geld gewaschen werde, sagt der Schweizer Geldwäscherei-Experte Mark Pieth. Schon länger in der Kritik stehen die Rohstofffirmen, weil sie zu wenig gegen Umweltverschmutzung, schlechte Arbeitsbedingungen und Korruption unternehmen. «Der Rohstoffhandel in der Schweiz ist eine politische Zeitbombe», sagte Martin Dahinden, Chef der Eidgenössischen Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, kürzlich an einer ETH-Podiumsdiskussion.

Die Reputationsrisiken werden von unverdächtiger Seite bestätigt. Die Beratungsfirma RepRisk, die für Investmentbanken und Asset Manager Risikoanalysen macht, setzte in einer aktuellen Studie Glencore auf Platz drei der umstrittensten Bergbaukonzerne der Welt. «Die Schweiz muss sich bewusst sein, dass das Thema Rohstoffhandel und die damit verbundene Nahrungsmittelspekulation ungeheures Empörungspotenzial hat. Vom Rohstoffhandel ist ein grosser Teil der Weltbevölkerung betroffen. Die Globalisierung beschleunigt die Ausbeutung. Es wird nicht mehr lange dauern, bis dieses Thema zuoberst auf der Traktandenliste der internationalen Gemeinschaft steht und die Schweiz ins Visier gerät», sagt Oliver Classen, Geschäftsführer der Entwicklungsorganisation «Erklärung von Bern», die mit dem Buch «Rohstoffe – das gefährlichste Geschäft der Schweiz» eine fundierte Analyse einer weitgehend im Verborgenen agierenden Branche lieferte.

Christof Moser / is

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Kommentare zu diesem Artikel

insgesamt 1 Beitrag

reto
24. Juli 2015 um 11:06 Uhr
und dän gits lüt i dä schwiz, wo öpis dägägä händ, wänn mänschä vo so ort id schwiz chömät, wil au sie äs stuck vom chuächä wänd.
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