UB-Logo
Online Magazin
Untergrund-Blättle

Das Leben von Mohammed | Untergrund-Blättle

Online Magazin

Die Biografie des Propheten Das Leben von Mohammed

Archiv

Mohammed wurde in der damals sehr geschäftigen Handelsstadt Mekka um das Jahr 570 n. Chr. geboren. Im Arabischen bedeutet sein Name "der Gepriesene".

Die Hauptmoschee von Medina mit dem Grab Mohammeds.
Mehr Artikel
Mehr Artikel
Bild ansehen

Bild: Die Hauptmoschee von Medina mit dem Grab Mohammeds. Stahlstich, 19. Jahrhundert. / BishkekRocks (CC BY-SA 3.0 unported - cropped)

12. September 1996

12. Sep. 1996

2
1
Korrektur
Drucken
Seinen Vater, einen Händler namens Abd Allah, hat er nie gekannt; er starb kurz vor der Geburt Mohammeds. Obwohl Abd Allah kaum Vermögen besass, gehörte er doch zu den mächtigen Koreischiten. Als Mohammed sechs Jahre alt war, starb seine Mutter, und er wurde in Obhut seines Grossvaters gegeben; doch auch der alte Man starb kurz darauf. Abu Talib, ein Bruder seines Vaters, adoptierte ihn.

I. Mohammeds Jugend

Als junger Mann ohne Vermögen musste Mohammed sich seinen Lebensunterhalt verdienen. Er versuchte es mit verschiedenen Beschäftigungen:

Er hütete Schafe und trieb in Mekka Handel. Dann arbeitete er als Angestellter für eine Frau namens Chadidscha, eine Witwe mit vielseiteigen Geschäftsinteressen. In ihrem Auftrag reiste er mit einer Karawanne nach Syrien, wo er vielen Christen begegnet sein muss.

II. Mohammed, ein geschätzter Bürger

Mohammed, dessen Bedachtsamkeit, Güte und Integrität man kannte, war in Mekka hoch angesehen; er erhielt den Beinamen al-Amin - "der Vertrauenswürdige". Trotz seines gemässigten Charakters war er eine kraftvolle Persönlichkeit. Mohammed beeindruckte Chadidscha nicht nur charakterlich, sondern auch durch seine Art, ihre Geschäfte zu führen, und als er etwa 25 Jahre alt war, bot sie ihm die Ehe an. Mohammed nahm ihr Angebot an und blieb ihr während der verbleibenden 25 Jahre ihres Lebens treu.

Sie gebar ihm drei Söhne, die alle noch im Kindesalter starben, und vier Töchter. Die Mädchen blieben am Leben, aber nur eines, Fatima, überlebte ihn und gebar ihm Enkel.

Diese Ehe befreite ihn von einem grossen Teil seiner finanziellen Sorgen und liess ihm viel Zeit.

Oft entfloh er dem Getriebe der Stadt und zog sich zum Meditieren in eine Höhle auf dem nahen Berg Hira zurück; manchmal ging er allein dorthin, manchmal mit seiner Familie.

Als Mohammed 40 Jahre alt war, hatte er ein Schlüsselerlebnis in Form einer Offenbarung, die ihn anwies, der Prophet seines Volkes zu sein.

Mohammed übernahm die Rolle jedoch nicht sogleich; er litt unter Ängsten und Zweifeln. Im Jahre 613 begann er öffentlich zu predigen und verlässt bald darauf die Stadt, um zu missionieren. 15 Jahre später kehrt er auf einer Pilgerfahrt mit 1400 Anhänger nach Mekka zurück.

Der Islam breitet sich daraufhin im ganzen Gebiet aus. In den 22 Jahren seines Prophetentums war es Mohammed gelungen, die jüdisch-christliche Tradition eines einzigen Gottes und ein latentes arabisches Nationalgefühl zur Synthese zu bringen, und das war für seine Anhänger etwas, wofür sie sich zusammentaten. Durch die Beseitigung sozialer Missstände in seinem neuen Staat vermittelte er seinen Anhängern einen umfassenden Begriff von Humanität.

Von seinen Anhängern wird er noch zu Lebzeiten zum Idol hochgejubelt. Der Prophet wurde zur Verkörperung sämtlicher Tugenden. In seinem dreiundsechzigsten Lebensjahr starb Mohammed an hohem Fieber in der Stadt Medina.

III. Sein Schaffen

Mohammed selbst hat sich nie als eigentlichen Religionsstifter verstanden, sondern lediglich "als einen Zeugen, als einen Boten neuer Hoffnungen und als eine Fackel".

Die welthistorische Bedeutung Mohammeds beruht aber vor allem darin, dass er die bis anhin geschichtlich bedeutungslosen arabischen Stämme (auch militärisch) einigte und sie kulturell und religiös auf ein höheres Niveau hob; bis zum Auftreten Mohammeds hatte die Religion der Araber in einer Anzahl von Stammeskulten bestanden, in denen neben dem männlichen Gott Allah noch eine ganze Reihe von höheren Wesen verehrt wurden.

An die Stelle dieses Götzendienstes setzte Mohammed nun einen absoluten Monotheismus ("Es gibt keinen anderen Gott ausser Gott; Mohammed ist sein Prophet!"); dabei ist sicher, dass Mohammed bei der Ausgestaltung seiner Lehre von der Religion der Juden und Christen beeinflusst war, die er auf seinen Reisen als Kaufmann in Mekka und Medina kennengelernt hatte. Seine Erwartungen, dass die Christen und Juden ihn als den Träger und Verkünder einer neuen, über Thora und Evangelium hinausgehenden Offenbarung, als letzten und grössten Gesandten Gottes Betrachten würden, wurde allerdings nicht erfüllt.

IV. Seine Lehren

Der Islam (wörtlich: "Hingabe an Gott") betrachtet jedoch Juden und Christen als auf dem Weg zur Vorstufe der Wahrheit befindlichen "Schriftbesitzer" und räumt ihnen gegenüber den "götzendienerischen Heiden" eine Vorrangstellung ein. Die heilige Schrift des Islam ist der Koran ("Lesung") die dem Propheten direkt durch Gott oder durch den Engel Gabriel vermittelten Offenbarungen.

Im Koran mit seinen 144 Abschnitten (Suren) und in den später entstandenen Schriften (Berichte über die ersten Worten und Taten des Propheten und seiner Anhänger, die Vorbild und Leitstern für Denken und Handeln aller Moslems sein sollen) sind die Gebote festgehalten, die das ganze Leben des Einzelnen (Ernährung, Körperpflege und Eherecht) und der Gemeinschaft (Strafrecht, Handelsrecht, heiliger Krieg, Kunst, Wissenschaft) regeln.

Die Lehre Mohammeds ganz allgemein und die darin enthaltene Ethik ist nicht sonderlich systematisch aufgebaut; der Prophet hat jedoch eine Anzahl unbedingt einzuhaltender Satzungen vorgeschrieben, die als die "Fünf Pfeiler des Islams" bekannt sind und die dem gläubigen Moslem helfen, die vielfältigen Vorschriften des Korans, der Sunna ("Gewohnheit") und des Hadith zu befolgen: Das Glaubensbekenntnis zum alleinigen Gott Allah; das tägliche Gebet; das Fasten während der des Monats Ramadan; das Almosengebet; die Wallfahrt nach Mekka.

Hat der gläubige Muslim alle Pflichten erfüllt und hat er nach seinem Tod vor den Engeln Munkar und Nakir seine Rechtgläubigkeit bewiesen, dann wird er am Tag des Jüngsten Gerichts in die herrlichen Gärten des Paradieses eingehen.

an