Datum

23. März 2017

Politik

Raum schaffen für die Selbstorganisierung Wien: Ankündigung einer Hausbesetzung

Politik

Wir werden demnächst ein Haus besetzen, um einen Raum des Kampfes zu schaffen und uns ein Stück unseres Lebens zurück zu erobern.

Besetzte Räumlichkeiten in Wien im ErnstKirchwegerHaus, September 2005.
Mehr Artikel
Mehr Artikel
Bild ansehen

Bild: Besetzte Räumlichkeiten in Wien im Ernst-Kirchweger-Haus, September 2005. / KF (PD)

Wir erhoffen uns von dieser Veröffentlichung im Vorhinein, dass alle, die sich in den hier formulierten Ideen wiedererkennen, eigene Initiativen entwickeln, Aktivitäten und Aktionen planen und die Kämpfe intensivieren.

Die widerrechtliche Aneignung, der bewusste Bruch mit einer Eigentumslogik, die die Grundlage des kapitalistischen Systems darstellt, ist für uns dabei zentral. Wir werden dabei auf gar keinen Fall mit den Eigentümer_innen und der Politik kooperieren und verhandeln. Wir werden keine Forderungen an den Staat stellen, da seine Aufgabe die Aufrechterhaltung dieser Ordnung ist, die wir ablehnen, weil wir selbstbestimmt leben wollen. Die Wiener Sozialdemokratie verwendet verschiedene Befriedungsstrategien um die sozialen Konflikte zu entschärfen. Oft wird nur die aktuelle Stadtentwicklung kritisiert, ohne den aktiven Bruch mit Staat und Kapital zu suchen. Daher vertiefen wir die sozialen Spannungen, wann immer es uns möglich ist.

Die Lebensbedingungen, die uns aufgezwungen werden, machen uns wütend. Alle Bereiche unseres Lebens werden der Logik von Profit und Autorität unterworfen. Überall sind wir mit Eigentümer_innen und Chef_innen konfrontiert, die von der Ausbeutung unseres Lebens profitieren.

So auch im Bereich des Wohnens. Was sie „Aufwertung“ nennen, bedeutet für Viele das genaue Gegenteil davon: steigende Mieten, Zwangsräumungen, Verdrängung, Zwang in die Obdachlosigkeit. Wir sind es leid, diesem Normalzustand länger zu zusehen, deswegen ergreifen wir die Initiative und bekämpfen diese Ordnung.

Wir werden einen Raum schaffen, der die Selbstorganisierung unserer Kämpfe ermöglicht. Daher stellen wir uns gegen jede Vereinnahmung durch politische Gruppen und Organisationen, sowie gegen die Verzerrungen durch Journalist_innen. Es soll ein lebendiger Ort des Zusammenkommens, des Austauschs und des Experimentierens mit verschiedenen Formen des Lebens und Kämpfens entstehen.

Wir wollen keinen Raum für den Konsum, sondern einen, der von aktiver Beteiligung und Eigeninitiative lebt. Daher ist es für uns auch wichtig mit Nachdruck zu betonen, dass es uns nicht darum geht, eine Party zu veranstalten und kein massloser Alkoholkonsum erwünscht ist, dafür gibt es unserer Meinung nach genügend Räume.
pm

Kommentare zu diesem Artikel

Kommentar

es gibt noch keinen Beitrag zu diesem Artikel

Schreibe einen Kommentar...Kommentare
Lupe
captcha refresh

Mehr zum Thema...

Das besetzte Gebäude in Neukölln, Berlin.
Interview mit den Berliner AktivistInnen des „Social Center 4 All“„Solidarität heisst, Gegenmacht aufzubauen“

30.11.2015

- AktivistInnen des „Social Center 4 All“ (SC4A) besetzen zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ein Haus in Berlin. Ihr Ziel: Eine Flüchtlingsunterkunft, die zugleich soziales Zentrum ist. Gespräch mit einer der BesetzerInnen.

mehr...
clement127
Krise, Restrukturierung, KampfzyklusWir sprechen von Kommunisierung im Präsens

27.01.2012

- Dieser kurze Text, der geschrieben wurde, um die Kommunisierung in einem englischsprachigen Buch zu präsentieren, fasst auf eine sehr klare Art und Weise die Positionen dieser manchmal schwer zugänglichen Zeitschrift zusammen.

mehr...
Alex Proimos
Ein anarchistischer AufrufCrimethInc.: Alles verändern!

20.01.2015

- Wenn du etwas Beliebiges verändern könntest, was wäre es? Würdest du für den Rest deines Lebens Urlaub machen? Dafür sorgen, dass fossile Brennstoffe aufhören Klimawandel zu verursachen?

mehr...
KämpferInnen der kurdischen PKKGuerilla, März 2015.
Gespräch mit Cemil BayikDas Jahr 2016 in Kurdistan – Eine Bilanz aus Sicht der PKK

18.01.2017

- Cemil Bayik ist Gründungsmitglied der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). 1976 schloss er sich dem Zirkel um den Kurdenführer Abdullah Öcalan an, seitdem hat er wichtige Funktionen in der kurdischen Befreiungsbewegung inne.

mehr...

Mehr auf UB online...

Top Artikel