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Die Linke und der Antisemitismus | Untergrund-Blättle

Die Linke und der Antisemitismus

Jedes Jahr marschieren in Berlin ein bunter Haufen aus Islamisten, Verschwörungsideologen, der „Israelkritik“ verpflichteten Marxisten-Leninisten und anderen Antisemiten unter dem Banner des 1979 vom iranischen Ayatollah Khomeini ausgerufenen „Al Quds-Tags“ auf, um gemeinsam die „Befreiung“ von Al Quds (arab.: Jerusalem) zu fordern.

Antifaschistische Demo mit USA und IsraelFahnen gegen den Al QudsTag 2010 in Berlin.p

Bild: Antifaschistische Demo mit USA und Israel-Fahnen gegen den Al Quds-Tag 2010 in Berlin. / Mukefuk (CC BY-SA 3.0 unported)

Man kann die Aktivitäten um diese Demonstration getrost als einen jährlichen Treffpunkt des harten Kerns jener Querfront bezeichnen, die an der Organisation und Durchführung der antisemitischen Aufmärsche im Sommer letzten Jahres federführend beteiligt war. Mit der Mobilisierung gegen angebliche israelische Kriegsverbrechen erreichte die zumindest operative Zusammenarbeit zwischen linken und islamistischen Antisemiten hierzulande einen ihrer Höhepunkte in den letzten Jahren.

Doch auch in anderen Ländern Europas werden so Querfronten geschmiedet: In Malmö verhinderten Zehntausende Islamisten und Autonome im Verbund ein Davis-Cup-Spiel mit israelischer Beteiligung, in Spanien ist ein durchgestrichener Davidstern kein seltener Anblick in linken Räumen und in Italien versucht man die Kämpfer jüdischer Brigaden vom Gedenken an die Resistenza zu verdrängen.

Welche Rolle die „längste antisemitische Kampagne des 20. Jahrhunderts überhaupt“ (Robert Wistrich) in diesem Zusammenhang spielt, welche Aktualität Thomas Haurys Erkenntnisse über „die Logik des bundesdeutschen Antisemitismus“ haben und warum Träger von irrationalen Ressentiments jeder Ausformung im Hass auf Israel immer einen gemeinsamen Nenner finden werden, darüber haben wir mit Marius Mocker gesprochen.

Autor: ta
Datum: 07.07.2015

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